Das Haushaltsbuch

Wir hatten es bereits erwähnt. Wir arbeiten ab sofort mit einem Haushaltsbuch. Es mag sein, dass andere Mitmenschen Sie dafür belächeln. Aber da müssen Sie einfach drüber stehen. Eine Diskussion bringt eh nix und kostet nur unnötig Energie. Sie brauchen auch niemandem zu erzählen, dass Sie ein Haushaltsbuch führen, falls es Ihnen dadurch leichter fällt.

Warum Haushaltsbuch?

In Ihrem Haushaltsbuch werden Sie jeden Betrag, der auf Ihren Konten und Ihrer Geldbörse rein und raus geht oder zwischen Ihren Konten (oder Konto und Geldbörse) hin und her geschoben wird, CENTGENAU festhalten. Selbst wenn Sie einen Cent auf der Straße finden und diesen in Ihre Geldbörse stecken, wird dies vermerkt. Es ist manchmal sehr lästig, aber es ist absolute Voraussetzung für Ihren finanziellen Erfolg! Haben Sie jemals eine Firma gesehen, die kein Buch führt? Die meisten Firmen haben ganze Etagen mit Buchhaltern, die die Finanzen der Firma über-sichtlich und in Ordnung halten.

Sie sehen, wo Ihr Geld bleibt und können ggf. auf die eine oder andere Ausgabe verzichten. Insbesondere, wenn Sie Schulden haben oder so viel wie möglich für Ihre finanzielle Zukunft sparen möchten, bietet Ihnen ein Haushaltsbuch konkrete Anlaufpunkte, an denen Sie etwas ändern können.

Erstellen Sie für jedes Konto, das Sie einsetzen eine entsprechende Excel Tabelle und notieren Sie sich dann die entsprechenden Euro Beträge und den dazugehörigen Verwendungszweck. Das Haushaltsbuch beinhaltet alle „aktiven“ Konten. Die passiven Konten haben ein extra Tabellenblatt bzw. Tabellen-Sheet.

Aktive und passive Konten.

Was sind aktive und passive Konten? Ich bezeichne aktive Konten als Konten auf denen ständig Bewegungen stattfinden, wie z.B. das Giro Gehaltskonto oder das Barvermögen. Alle Konten auf den aktive Bewegungen stattfinden, kommen in mein Haushaltsbuch. Das Haushaltsbuch ist ein Tabellenblatt. Die Bewegungen sind im Allgemeinen auf den Lebensunterhalt bezogen.

Passive Konten sind Konten auf denen keine Lebensunterhalt bezügliche Bewegungen stattfinden. Jedes passive Konto hat ein eigenständiges Tabellenblatt. Alle diese Tabellenblätter sind konkret benannt und zusammen gefasst in einer Excel Datei. So habe ich immer alles „auf einen Blick“. Das ist meine persönliche Bezeichnung der Konten. Bei Anderen mag das anders sein.

Zurück zum Haushaltsbuch

Jedes in dem Haushaltsbuch aufgeführte Konto hat je sechs Spalten. Ich habe die Spalten folgendermaßen benannt:

  • Datum
  • Saldo
  • Einnahme
  • Ausgabe
  • Bemerkung
  • Saldo

Die Buchführung fängt bei mir grundsätzlich beim Gehaltseingang und immer mit 0,00 € an. Jeden Monat gibt es neue Tabellen. Überträge aus dem Vormonat werden als Einnahme und Übertrag bezeichnet und bilden den jeweiligen Anfangssaldo.

Das könnte im Fall des Bargeldkontos z.B. so aussehen:

Verfügungsrahmen Bargeld 10/2018
Datum Saldo Einnahme Ausgabe Bemerkung Saldo
01/10/18         0,00 €    11,48 €   Übertrag    11,48 €

Bei den anderen Konten wäre das ähnlich. Der Anfangssaldo ist 0,00 €, unter Einnahme steht dann z.B. der Betrag Ihres Gehaltseingangs und der neue Saldo erhöht sich entsprechend.

Wie würde jetzt ein Bargeldbezug aus dem Geldautomaten gehandhabt?

Verfügungsrahmen Bank 10/2018
Datum Saldo Einnahme Ausgabe Bemerkung Saldo
01/10/18               0,00 €     1.366,51 €   Gehaltseingang  1.366,51 €
05/10/18      1.366,51 €    200,00 € Bargeldbezug  1.166,51 €
Verfügungsrahmen Bargeld 10/2018
Datum Saldo Einnahme Ausgabe Bemerkung Saldo
01/10/18        0,00 €    11,48 €   Übertrag    11,48 €
01/10/18    11,48 €       9,60 € Einkauf     1,88 €
05/10/18     1,88 €  200,00 €   Bargeldbezug  201,88 €

In den beiden aufgeführten Tabellen sehen Sie ein Beispiel, wie die unterschiedlichen Konten zusammen geführt werden. Das was von dem Bankkonto abgebucht wird, wird auf das Barkonto eingebucht. Weiter sehen Sie in dem Beispiel einen Eintrag über einen Einkauf in Höhe von 9,60 €.

Das Führen eines Haushaltsbuchs ist absolute Notwendigkeit um finanziellen Erfolg zu haben. Sie müssen Ihre Zahlen kennen. Nur so werden Sie am Ende Ihr Ziel erreichen.

Puh,… wo bleibt denn der Spaß im Leben?

Diese ganzen Übersichten und Zahlen, das ständige aktualisieren von irgendwelchen Tabellen und dabei auf jeden Cent gucken. Am Ende des Tages wird es Ihnen leicht fallen, aber dennoch sollte auch der Spaß am Leben nicht auf der Strecke bleiben. Lassen Sie uns daher dieses kurze Kapitel einfügen. Ein Leckerli, eine Belohnung oder wie auch immer Sie das nennen wollen.

Wir machen ein Spaßkonto auf. Was soll das sein? Ganz einfach! Am Anfang des Monats, wenn Ihr Gehalt kommt, nehmen Sie 5 % beiseite, bzw. heben den Betrag vom Konto ab und packen es in ein extra Portemonnaie. Alles Geld in diesem Extra- Portemonnaie geben Sie aus, wofür Sie wollen. Einfach so, ohne Reue und ohne „Sinn“. Von dem Geld wird auch nix gespart. Alles wird ausgegeben. Wenn am Ende des Monats noch etwas vorhanden ist, können Sie im folgenden Monat noch mehr auf den Kopf hauen.

Andere Experten empfehlen vielleicht 10 % oder mehr von Ihrem Gehalt zu nehmen. Aber wir wollen ja erst einmal aus einer schwierigen Situation heraus kommen. Ich habe festgestellt, dass für meine Ansprüche 5 % durchaus ausreichend sind. Das Spaßkonto ist wichtig. Denn, wer sich zu 100 % einschränken und auf alles verzichten muss, wird am Ende vermutlich nicht den Weg zu Ende gehen. Man beraubt sich dadurch vieler Chancen und Möglichkeiten. Daher meine dringende Empfehlung… legen Sie sich dieses Spaßkonto an und genießen Sie Ihr Leben trotzdem.